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Die Gesellschaft zur Bewahrung von Stätten deutscher Luftfahrtgeschichte (GBSL) e.V.

Neuerscheinungen und Neuauflagen aus der Luftfahrtliteratur


Die Chemnitzer Akademie und ihre Flugzeuge 1910 - 1945 von Karl-Dieter Seifert

Karl-Dieter Seifert
Die Chemnitzer Akademie und ihre Flugzeuge 1910 - 1945
NORA Verlagsgemeinschaft Dyck & Westerheide, Berlin 2011
104 Seiten, ca. 40 Fotos und zahlreiche Faksimile, Grafiken und Typenblätter
Buch / Softcover
ISBN 978-3-86557-271-4
Preis: 18,90 Euro

Wer vermutet schon Spuren von Flugzeugbau und Lehre über das Flugwesen noch vor dem I. Weltkrieg in der Maschinenbau-Stadt Chemnitz. Es ist das Verdienst des Autors, mit der ihm eigenen akribischen Recherche, diese Fakten ermittelt zu haben und den Luftfahrtinteressierten zugängig zu machen. So erhalten wir Kenntnis über frühe Aktivitäten bedeutender Lehrer der damals Königlichen Gewerbeakademie um 1900 im Chemnitzer Verein für Luftschifffahrt, wie der Direktor der Akademie Karl Robert Mühlmann. oder der renommierte Dr.-Ing. Ernst Bock ab 1911. So erreichte die Akademie in Chemnitz die ministerielle Zustimmung zur Eröffnung eines Wahlfaches Flugwesen ab dem Wintersemester 1911/12, das bis zum Ende des I. Weltkrieges im Lehrplan blieb. Nach Ende der Beschränkungen des Versailler Vertrages konnte im Wintersemester 1923/24 wieder das Wahlfach Flugwesen den Studierenden angeboten werden. Dem Trend an deutschen Technischen Hochschulen "Akademische Fliegergruppen" zu bilden, folgte die Chemnitzer Akademie im Herbst 1929. Der Autor macht uns bekannt mit den Flugzeugentwicklungen der Chemnitzer Akaflieg, wie der Schulgleiter "Zögling" oder der Motorsegler "Zaunkönig". Die Akademie entwickelte die Sparte Flugwesen weiter mit dem Aufbau von Werkstätten, mit der Einführung von flugtechnischen Praktika und erhielt 1936 die Anerkennung als "luftfahrttechnische Lehrstätte". Mit finanzieller Unterstützung durch die Deutsche Versuchsanstalt für Luftfahrt (DVL) wurde das Praktikum zur Flugtechnischen Arbeitsgemeinschaft (FAG) ausgebaut. Gleichschaltung im NS-Staat, aber auch unter diesen Bedingungen bedeutende Innovationen für die Luftfahrt hervorbringend, wie der patentierte Motorsegler C 10, zeugen von der Kreativität der Akademie und ihrer Lehrer und Studenten, auch verbissen bis zum bitteren Ende 1945 an ihre Zielen festhaltend. Nichts lässt der Autor unbeleuchtet. Menschen in ihrer Zeit und mit ihren Leistungen stehen im Mittelpunkt der Edition. Die Flugzeugentwicklungen werden in Typenblättern vorgestellt.
Ein kleines aber feines Buch über eine bedeutende Luftfahrtstätte der Forschung und Entwicklung, die bisher so nicht bekannt war und damit das Wissen über deutsche Luftfahrtstätten bereichert. Es ist sehr zu empfehlen.
H.-D. T.


Wilhelmine Reichard - Biographie von Heide Monjau.
Eine Neuauflage zum 200-jährigen Jubiläum des ersten Ballonfluges am 16. April 1811.


Von GBSL-Vorstandsmitglied Jörn Lehweß-Litzmann


Von Flugkapitän Horst Materna


Von Lothar Brehmer und Jochen Werner "TRAGÖDIE 152"

Udo Einführer "Der Himmel war auch mein Stadion"

Buchbesprechung

Der Himmel war auch mein Stadion -
Über 50 Jahre hinterm Steuerknüppel, Kunstflug und andere Geschichten
von Udo Einführer

Verlag: Books on Demand GmnH, www.bod.de, Norderstedt 255 Seiten, broschiert, 20,90 Euro

Vorgeschichte:
Zur besseren Leitung und Vereinheitlichung der Ausbildung an den Fliegerschulen der DDR wurde ab 1957 die fliegerische Mehrprofilausbildung mit dem legendären 4. Flugzeugführerlehrgang realisiert. Im Zusammenhang mit der neu strukturierten Fliegerschule und seinem neuen Kommandeur Oberst Walter Lehweß-Litzmann, als ehemaliger Kommandore des Kampfgeschwaders 3 der Göringschen Luftwaffe wurde er zum bekennenden Antifaschisten, verlegte der Stab der Fliegerschule und seine Ausbildungsabteilung am 15.05.1957 in die ehemalige Husarenkaserne der Stadt Bautzen. Die Ausbildungsrichtungen waren Jagdflieger, Transport- und Verbindungsflieger und Hubschrauberführer. Im Rahmen der Jagdfliegerausbildung ging ich mit dem Autor einen gemeinsamen Weg bis 1959. Während ich zum Aufbau des Wirtschaftsfluges der Deutschen Lufthansa versetzt wurde, begann für ihn und weitere Piloten des 4. FFL die Fluglehrertätigkeit als Motorfluglehrer an den Ausbildungszentren der Gesellschaft für Sport und Technik (GST) auch mit dem Ziel des Aufbaus der Nationalmannschaften der Frauen und der Männer im Motorkunstflug und der Aufnahme des Aero-Klubs der DDR als ordentliches Mitglied der FAI.
Zum Buch: In seinem Buch, eine persönliche Dokumentationssammlung mit Erlebnisberichten,
schildert der Autor seine fliegerische Entwicklung bis zum Beherrschen des höheren Kunstfluges. Er dokumentiert erlebte Luftfahrtgeschichte und seinen Anteil an der Entwicklung des Flugsports in der DDR. Als Fluglehrer, Flugleiter, Organisator von zahlreichen nationalen und internationalen Flugveranstaltungen, als gefragter und gefeierter Akrobatic-Pilot im Einzel- und Verbandskunstflug als Kunstflugschiedsrichter vervollständigte er die Erfolge der Flugsportler zu DDR- und Weltmeisterschaften. Seine Verdienste um den Flugsport sind auf den Seiten 186 und 187 aufgeführt. Von 1961 seiner ersten Teilnahme am Verbandskunstflug in Dresden- Klotzsche mit der Jak-18A bis 2004 seinen Kunstflugvorführungen auf den Flugplätzen Gera und Altenburg mit der Jak-52 und seinem Wirken als Fluglehrer beim DAeC- Flugsicherheitstraining ist eine beispiellose Bilanz fliegerischer Arbeit über einen solchen langen Zeitraum. Mit besonderem Interesse las ich seinen Untertitel "Ich der Flugleiter". Er schreibt hier über die V. Kunstflug-Weltmeisterschaften 1968 in Magdeburg. Dieser Bericht ist besonders lesenswert weil selbst die ostdeutsche Luftfahrtzeitschrift "Flieger-Revue" an "DDR-Nostalgie" kein Interesse hat. Das ist bedauerlich, denn er nennt auch Beispiele, wie er sich als Flugsportler gegenüber politischen Verantwortungsträgern durchsetzte.
Dazu eine Leseprobe. Am 17.08.1968 kam mit der Mannschaft der BRD unerwartet eine Mannschaft aus Südafrika angeflogen.....Ich hatte bereits am 16.08. für gewaltige Aufregung gesorgt. Mein offizieller Arbeitsplatz war die mobile Flugleitung. Dieses Fahrzeug nannten wir damals SKP (Start- und Kommandopunkt). Als ich mich erstmals von diesem Punkt umdrehte, in Richtung Gebäude am Rande des Flugplatzes, war ich tüchtig erschrocken. Denn dort prangte ein etwa 100m langes und etwa 2m hohes Transparent mit dem Text: Nieder mit der USA-Aggression in Vietnam. Ich dachte ich sehe nicht richtig! Was hatten sich die Politiker im Org.-Büro nur dabei gedacht? Gedacht wohl kaum! Jedoch keiner hat sich getraut, dagegen zu monieren....Nun ging ich in die Spur. Keiner meiner Mitstreiter hatte den A....in der Hose, um mit mir diese Meinung der Wettkampfleitung vorzutragen. Dort sagte ich, dass dieses Transparent auf einer internationalen Sportstätte nichts zu suchen hat". Wütende Blicke richteten sich auf mich, aber siehe da, am nächsten Morgen war das Transparent weg! Ich war mir sicher, dass die Mannschaften der USA und Westeuropas, die aus Braunschweig gemeinsam mit der BRD-Mannschaft am Folgetag anflogen, auf dem "Absatz kehrt" gemacht hätten. Damit wäre die WM noch vor dem Beginn erledigt gewesen. Dieses Kapitel seines Buches ist der umfassendste und wahrhaftigste Bericht zu den V. WM im Motorkunstflug in Magdeburg. Am Ende des Buches schreibt er als heimatverbundener Thüringer "mit Augenzwinkern" über die Original Thüringer Rostbratwurst als seine bevorzugte Pilotennahrung. Hier hätte ich mir eine Beurteilung der Entwicklung des Segelfluges gewünscht, da hier seine fliegerische Entwicklung im Jahr 1955 begann. Fast 50% aller Segelflugplätze der DDR wurden ab 1979 auf Weisung von General Baustian geschlossen. Auch das gehört zur DDR-Luftfahrtgeschichte so, wie der nahezu kriminelle Umgang der Treuhand mit dem Vermögen der GST und den Folgen für den Flugsport in den neuen Bundesländern bittere Wahrheiten sind. Auch dazu äußert sich der Autor. Ein empfehlenswertes Buch auch zum Erinnern und zum Nachdenken.

Klaus Breiler
Flugkapitän a.D.

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