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Die Gesellschaft zur Bewahrung von Stätten deutscher Luftfahrtgeschichte (GBSL) e.V.

Buchrezensionen

Karl-Dieter Seifert:
Hans Grade
Ein Leben in stürmischen Zeiten
Ingenieur - Flugpionier -Automobilbauer

Ost-Nordost Verlag, Magdeburg
ISBN 978 -3- 938247 -98- 3
Hardcover mit Schutzumschlag, 21 x 13,5cm ca. 250 Fotos und Abbildungen
Preis: € 19,80



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Helmut Bukowski:
„Radarkrieg und Nachtluftverteidigung über Berlin 1939 bis 1945
Verfahren und Technik zum nächtlichen Schutz von Berlin gegen Luftangriffe“
Verlag VDM Heinz Nickel, Zweibrücken 2007
ISBN 978-3-86619-012-2
Format A 4, broschiert, 312 Seiten, 368 sw-Fotos, 251 Zeichnungen, 11 Abb. Format A 4, 4 Farbfotos
Preis € 39,80

Bereits mehrere Male hatten die Rezensenten in diesem Mitteilungsblatt wie auch die anderen Autoren Gelegenheit, den Autor dieser Neuerscheinung zu nennen und zu würdigen. Als Mitglied der GBSL seit vielen Jahren machte sich Helmut Bukowski mit der Geschichtsschreibung der Flugplätze und Luftfahrtstandorte seiner engeren Heimat Strausberg, Werneuchen und Schönwalde einen Namen. In diesen Orten hat er auch mit seinem Mitstreiter Horst Kleest und anderen Partnern Erinnerungsstätten an die Luftfahrt in Vergangenheit und Gegenwart eingerichtet.

Mit der jetzt vorliegenden Publikation hat er aber sozusagen sein Meisterstück abgeliefert – die Geschichte der Luftverteidigung der Reichshauptstadt Berlin von 1939 bis 1945. Es geht nicht nur, wie der Untertitel eigentlich suggeriert, um den „nächtlichen Schutz von Berlin“ gegen Luftangriffe, sondern es ist ein Kompendium über alle Seiten der Luftverteidigung - Technik, Wissenschaft, Taktik und Einsatzverfahren dieses spezifischen Teilbereichs der Luftkriegsführung während des II. Weltkrieges im politischen und administrativen Zentrum des Nationalsozialismus. Die Wahl für gerade diesen geographischen Ort liegt nahe, zum einen wirkt der Autor hier seit langem, andererseits bündelte sich der militärtechnische Höchststand notgedrungen auf diesem Gebiet gerade hier.

Bereits im Vorwort verweist ein profunder Kenner des Gegenstandes der vorliegenden Untersuchung, Harry von Kroge aus Hamburg darauf, wie frühzeitig in Deutschland das Gebiet des Funkmesswesens (Radar) einer wissenschaftlichen Untersuchung zugeführt wurde. Die deutsche Marine als Auftraggeber und das Unternehmen GEMA (vgl. dazu auch: „GEMA- Berlin“ in der Literaturangabe) setzten erste Akzente, die später für die Luftverteidigung genutzt wurden.
Helmut Bukowski gibt einen einführenden Überblick über die Waffensysteme der Flakartillerie, ihre Organisation, Struktur und Führung und leitet dann über zu den verschiedenen taktischen Einsatzverfahren und zur Bodenorganisation der Jagdfliegerkräfte und stellt die „dunkle“ und die „helle“ Nachtjagd vor.
Breiten Raum widmet er der Entwicklung der verschiedenen technischen Anlagen für die Funkmessführung der Luftabwehr am Boden und in der Luft. Neben der Vorstellung des Erprobungszentrums dieser Systeme, der Erprobungsstelle der Luftwaffe Werneuchen, ist es der Verdienst des Autors, in dieser Komplexität und Kompetenz Gerätesysteme der unterschiedlichsten Art, Zweckbestimmung und Verwendung ausführlich und akribisch (u. a. „Lichtenstein“, „Spanner“, „Hohentwiel“, „Würzburg“, „Naxos“ usw. usw.) sowohl aus technischer Sicht wie aus der Sicht ihres Einsatzes unter Einbeziehung der taktischen Verfahren und des Einbaus an Bord der unterschiedlichen Flugzeugtypen aufzulisten.
Schemata der Einsatzverfahren, Karten der Einsatzräume, Zeichnungen und Fotos des Geräteeinbaus ermöglichen es dem Leser, detailliert und fachlich exakt dem Gegenstand des Themas zu folgen.
Einiges ist dem historisch und technisch interessiertem Leser wahrscheinlich bekannt, wenn auch nicht im Detail. Vieles ist in dieser Tiefe und Anschaulichkeit noch unbekannt – der Autor hilft diesem Zustand sehr verdienstvoll ab. Das geschieht mit Hilfe von Fotos, von Zeichnungen, Datenblättern und Erlebnisberichten. Diese Akribie ist ein großer Gewinn für dies Darstellung dieses Kapitels der Luftkriegsführung.
Nicht uninteressant ist die Darstellung der Spurensuche heute im untersuchten geografischen Raum. Erstaunlich, dass nach so vielen Jahren nach Kriegsende doch immer noch Reste der alten Anlagen zu finden sind und als Sachzeugen dienen.
Es ist ein großer Vorteil dieser Publikation, dass Anschaulichkeit und fachliche Kompetenz Hand in Hand gehen und es dem Leser einfach gemacht wird, dem „roten Faden“ zu folgen. Dieser folgt dem historischen Prozess der Entwicklung der Luftverteidigung von den Anfängen bis zum bitteren Ende, als sichtbar wird, dass alle technische Entwicklung letztendlich den politischen Vorgaben zu folgen hat und in diesem Fall wie generell schließlich und endlich zum Untergang führen muss. Auch das spart der Autor nicht aus – nicht zuletzt sichtbar wird dies in der Darstellung der Entwicklung modernster Techniken bei der Flakartillerie und der Entwicklung der Fla-Raketen und der Strahljäger als Teil der so genannten „Wunderwaffen“ und in der Vergeblichkeit, damit doch noch eine Wende im Kriegsgeschehen herbei führen zu können.

Es ist erstaunlich, in welch großem Umfang der Autor und seine Mitstreiter über lange Jahre diese Fakten zusammengetragen haben. Die vorliegende Publikation ist in der Fülle des Dargebotenen, in der Art und Weise der Vermittlung des Stoffes wie auch seiner Veranschaulichung durchaus als Spitzentitel in diesem Genre zu bezeichnen.
Insgesamt hat Helmut Bukowski nach zehnjähriger Arbeit seine bisher ohne Zweifel solideste Publikation auf den Markt gebracht. Der Erwerb dieser Publikation ist unbedingt empfehlenswert, der Preis rechtfertigt den Kauf jederzeit. Man ist gut beraten, dieses Buch als Geschenk sich selbst zu gönnen, gönnen zu lassen und auch weiter zu empfehlen. Gratulation an den Autor bereits jetzt, es bleibt zu hoffen, dass der Umsatz den Einsatz und die Mühe der Recherche und der Produktion rechtfertigt.
Schade eigentlich nur, dass der broschierte Einband und die Heftung der inhaltlichen Qualität nicht ganz entsprechen können. Ein Harteinband wäre wünschenswert gewesen. Dies ist aber keinesfalls ein Grund, auf den Erwerb zu verzichten.

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